Nina, 24, ist mit einem Fußballer zusammen. Sie selbst findet Fußball aber total langweilig. Hier erzählt sie, warum sie ihre Zeit lieber mit „sinnvolleren“ Dingen verbringt und was sie von dem ganzen Fußball-Wahn hält.
Überall besoffene Fußballfans
Ich hab irgendwie nie so ganz verstanden, wieso dermaßen viele Leute so auf Fußball stehen. Wenn ich mal ein Spiel mit anschaue – und das kommt äußerst selten vor – dann langweile ich mich immer fast zu Tode. Im Grunde genommen, guckt man doch die ganze Zeit nur dabei zu, wie irgendwelche Männer einem Ball hinterher rennen und versuchen ein Tor zu schießen. Also für mich hat das gar nichts Reizvolles.
Klar geht es bei der WM zum Beispiel auch um Nationalstolz, wenn man das so nennen kann, und sicher auch um Zusammengehörigkeit, aber warum gerade Fußball DER Sport schlechthin ist, kann ich nicht begreifen. Vielleicht geht es den Leuten um das Mitfiebern, das ja bei allen Wettbewerben irgendwie entsteht, aber in meinen Augen ist Fußball wirklich nicht interessanter als Tennis oder Golf und darum wird ja schließlich auch nicht so ein Wind gemacht.
Hier lest ihr seine Meinung ...
Außerdem stört mich das ganze Drumherum. Wieso muss man denn beim Fußball gucken immer Bier trinken und wieso wird bei den Spielen im Stadion immer so viel rumgepöbelt? Wenn bei uns in der Stadt mal ein Spiel ist, dann drehen alle total durch. Der ganze Bahnhof ist voll mit besoffenen Fußball-Fans, die irgendwelche Lieder grölen und sich absolut daneben benehmen. Das ist wirklich ein Ausnahmezustand. Aber dagegen sagt keiner was – immerhin geht’s dabei ja um ein Fußballspiel. So etwas finde ich echt nicht okay.
Auch dieser ganze Medienhype rund um den Fußball ist total übertrieben. Es gibt doch wirklich wichtigere Sachen im Leben, oder nicht? Wenn sich die ganzen Fußball-Fans genauso für Politik oder Umwelt interessieren würden und auch genauso viel Geld in gemeinnützige Organisationen stecken würden, wie sie in ihren Fußball-Wahn investieren, dann würde sich glaube ich einiges in Deutschland – und nicht nur in Deutschland – verändern.
Lieber ein gutes Buch
Ehrlich gesagt habe ich Fußballfans und -spieler auch immer für Idioten gehalten. Es ist wahrscheinlich Ironie des Schicksals, dass ich jetzt mit einem von denen zusammen bin. Mein Freund teilt meine Meinung nämlich leider gar nicht. Er spielt seit seinem sechsten Lebensjahr selbst in einer Mannschaft und legt daher ziemlich großen Wert auf Fußball. Er guckt jedes Spiel und fiebert total mit. Ich dagegen, kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, die ganze Zeit vor dem Fernseher zu sitzen und einem Spiel zuzuschauen. Da verbringe ich meine Zeit doch lieber damit, ein gutes Buch zu lesen oder mit meinem Hund in der Natur zu sein.
Wenn man wenigstens selber Fußball spielt, kann ich das ja noch verstehen. Da bewegt man sich wenigstens, ist an der frischen Luft und unter Leuten. Aber wieso muss man sich Fußball im Fernsehen anschauen?
Bei dem Thema könnten unsere Meinungen leider kaum gegensätzlicher sein. Mein Freund guckt jedes Spiel und plant das Fußballgucken so richtig in seine Woche ein. Gestritten haben wir uns deswegen zwar noch nicht, aber einige Diskussionen gab es da schon.
Mittlerweile haben wir uns darauf geeinigt, dass er mit seinen Freunden zusammen die Spiele anschaut und auch mit ihnen darüber redet. So muss er sich nicht über mein Desinteresse ärgern und ich muss mir keine Vorträge über die vermasselte Tor-Chance von „was-weiß-ich-wem“ anhören. Aber das ist auch ganz okay so. Ich würde ihn ja auch nicht zum „Sex-and-the-City-gucken“ mit meinen Freundinnen mitnehmen und ich glaube, das findet er auch gut so.







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