Was geschähe, wenn wir Menschen plötzlich von der Erde verschwänden? Was würde von uns und unserer Zivilisation übrig bleiben? In „Die Welt ohne uns“ schildert Alan Weisman anschaulich, wie sich die Welt ohne menschliche Störenfriede entwickeln könnte.
Innerhalb eines Jahres wachsen Blumen auf der Straße. Tiere tun sich an unseren Nahrungsmitteln gütlich. Kellerasseln, die auf warme Behausungen der Menschen angewiesen sind, sterben spätestens im zweiten Winter aus. Unsere Häuser halten vielleicht dreißig Jahre. Die Natur erobert langsam aber sicher die Städte zurück.
Das ist alles schön und gut, doch die Medaille hat auch eine Kehrseite: Reaktoren überhitzen, Atomkraftwerke explodieren. Es kommt zum internationalen Super-GAU. Die Tiere, die beispielsweise das Gebiet um Tschernobyl bevölkern, leben kürzer und sind weniger fortpflanzungsfähig als nicht-verstrahlte Artgenossen. Ölfelder und Chemiefabriken sorgen für verheerende Flächenbrände und geben unfassbar viele Schadstoffe in die Atmosphäre.
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Ein erdgeschichtlicher Rundgang
Das Szenario liest sich wie ein Roman, ist aber keine aus der Luft gegriffene Utopie. Weisman schlägt den Bogen von der Vergangenheit hin zur Zukunft. Er stellt dar, wie Menschen die Welt seit Urzeiten verändert haben und wie sich die Natur immer wieder angepasst und erholt hat. Wer „Die Welt ohne uns“ liest, unternimmt einen Gang durch die Erdgeschichte und alle Weltregionen – mit und ohne Menschen. Am Ende der Reise bleibt ein Eindruck: Ohne die teils verheerende Einflussnahme der Menschen ginge es der Erde bedeutend besser.
Fesselnd und nachdenklich stimmend
Weismans Zukunftsszenario ist eine fesselnde Lektüre. Sie vermittelt Wissen über unsere Erde und lässt uns über unser Verhalten nachdenken. Wer liest, wie der Homo Sapiens die Natur verändert hat, wird aufmerksamer und geht bewusster mit ihr um.
Alan Weisman: Die Welt ohne uns - Reise über eine unbevölkerte Erde
Piper Verlag, 9,95 Euro









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