Mit 18 wird man selbstständig, hat Träume und denkt, die Welt liegt einem zu Füßen. Doch Frank McCourt hatte keine Zeit für Träume. Er weiß, was es heißt, erwachsen zu werden und sich alles hart erarbeiten zu müssen.
In seinem sehr witzig geschriebenen, autobiografischen Roman erzählt McCourt von seiner bitteren Kindheit in den 30er und 40er Jahren. Weil sie in New York kein Glück gefunden hat, geht die Familie zurück nach Irland. Der Vater erfüllt das Klischee des arbeitslosen, ständig versoffenen Iren, der die Familie verlässt. Die Mutter muss betteln gehen. Lehrer sorgen mit dem Stock für Ordnung. Die Kirche schlägt dem Jungen nicht nur einmal die Tür vor der Nase zu. Der Wohlfahrtsverein kennt keine Barmherzigkeit. Und immer wieder gibt es Todesfälle durch Unterernährung und Krankheiten. Da sind Flöhe auf der Matratze noch das geringste Problem.
Als ältester Sohn muss Frank mit für die Familie sorgen. Doch nie gibt er die Hoffnung auf und schon in jungen Jahren nimmt er alle Arbeit, die er kriegen kann, um sich seinen Traum zu erfüllen: nach Amerika zurückkehren. Erst als Zeitungsausträger, Kohlenauslieferer, dann als Drohbrief-Schreiber und Telegrammjunge. Schnell möchte er erwachsen werden und merkt nicht, dass er es schon ist. Als 19-Jähriger hat er schließlich das Geld für eine Schiffsfahrkarte zusammen, verlässt seine Familie und geht wieder nach Amerika. Mit dem Schlepper fährt Frank in eine bessere Zukunft.
Frank McCourt beklagt sich nicht, sondern erinnert sich auf eine witzige, zynische Art. Er beschreibt sein Elend so lustig, dass ich nicht wusste ob ich lachen oder weinen sollte. Ein großartiges Buch. Kaufen, lesen, weinen, lachen!
Frank McCourt: „Die Asche meiner Mutter“
(btb Verlag, Taschenbuch: 10,00 Euro)






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