Foto: Yasemin Kizilkaya

Andrea ist 25 Jahre alt und seit April 2009 Volontärin bei der Westdeutschen Zeitung in Wuppertal. Hier erzählt sie, weshalb sie gerade für die Zeitung arbeitet.

In der Jahrgangsstufe 12 wurden wir alle dazu verpflichtet ein Schülerpraktikum zu machen. Ich ging zu einer Zeitung und mir war sofort klar: Das will ich später auf jeden Fall auch mal machen. Meine Wünsche und Träume sahen vorher ganz anders aus. Als Kind und Teenager habe ich mich als Reitlehrerin, Innenarchitektin, Bürokauffrau, Hotelfachfrau und was weiß ich noch was gesehen. Nach dem Abitur habe ich dann studiert und als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen geschrieben. Naja, und wenn man im Journalismus was werden will, dann ist so ein Volontariat unumgänglich. Um eine Volontärstelle zu bekommen, ist es wichtig, vorher möglichst viel Erfahrung als freier Mitarbeiter zu sammeln. Am besten bei möglichst vielen verschiedenen Medien. Dass es bei mir gerade die WZ geworden ist, ist Zufall. Ich hatte mich auch woanders beworben, aber die WZ hat mich trotz Wirtschaftskrise eingestellt.


Eher Zeitung als Radio


Weil ich schon immer am liebsten geschrieben habe, wollte ich zur Zeitung und nicht zum Radio. Aber wer weiß? Guten Journalismus kann man überall praktizieren. Ob bei der Zeitung oder im Radio. Guter Journalismus stellt Dinge zusammen, zeigt Bezüge auf und erklärt, ohne dabei wertend zu sein. Schlechter Journalismus hingegen ist: einseitige Berichterstattung und fehlende Neutralität.


Ihren Drang zu Schreiben, kann Andrea in der Redaktion ausleben. Foto: Yasemin Kizilkaya.

Der Reiz liegt in der Herausforderung


Ich arbeite im Moment in der Wuppertaler Lokalredaktion der Zeitung. Der Tag dort beginnt für uns um 10 Uhr mit einer Konferenz. Auf Blattkritik folgt die Tagesplanung, und die Aufgaben werden verteilt. Bis 17 Uhr muss ich dann versuchen, diese Aufgaben zu erfüllen, das heißt: recherchieren, telefonieren, Termine wahrnehmen, oder was auch immer. Ist es 17 Uhr, werden die fertigen Sachen aufgehängt, kritisiert, öfters verbessert und auf jeden Fall gegengelesen. Besonders aufregend finde ich an meiner Arbeit, dass man sich immer wieder in völlig neue, oft unbekannte Themen einarbeiten muss. Dinge nicht nur einfach darzustellen, sondern das Besondere an ihnen aufzuzeigen - das ist das Schwierige am Job. Der Reiz liegt für mich in dieser Herausforderung.


Erfahrungen und Zukunftspläne


Einmal ist mir etwas total Peinliches passiert. Die Arbeitsüberschrift „ Krudes Kibiz killt kleine Kitas“ ist versehentlich zum Druck durchgegangen. Eindeutig zu viel „K“ für einen Satz.
Vielleicht ist es etwas illusorisch, aber ich hoffe auf eine Festanstellung als Redakteurin. Ich liebe diesen Job einfach. Ich wüsste keinen anderen Job, in dem man Einblick in so viele Dinge bekommt. Einfach nur spannend! Schreiben werde ich auf jeden Fall weiter, das ist sicher. Nur eben nicht, wo und für wen.

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