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Der Geldlotse
Man kennt sie ja, die Sprüche: "Um einen BAföG-Antrag auszufüllen, muss man schon studiert haben! Mit einem Studienkredit verschuldet man sich fürs ganze Leben! Ein Stipendium bekommen doch nur Streber!" Alles nur Klischee? Was ist dran an den Vorurteilen über BAföG und Co? Schekker kämpft sich durch den Dschungel der Studienfinanzierung.
Die Gesamtkosten für ein Studium liegen zwischen 500 und 1.000 Euro im Monat. So zahlt man in manchen Bundesländern Studiengebühren, in anderen nicht. Eine Übersicht, wo man von der Uni zur Kasse gebeten wird, findest du im Internet unter www.studentenwerke.de. Auch erhebt jede Uni andere Semestergebühren und ein WG-Zimmer kostet in Freiburg mehr als in Leipzig.
Um all diese Kosten stemmen zu können, gibt es in Deutschland eine Menge Möglichkeiten – hier ein Überblick:
Eltern
Fast alle Studenten in Deutschland sind über 18 Jahre alt. Eigentlich sind Eltern ab diesem Alter nicht mehr unterhaltspflichtig für ihre Kinder. Geht es aber um die erste Ausbildung, müssen sie ihrem Kind doch unter die Arme greifen. Nur im Zweitstudium gibt es keinen Anspruch mehr auf elterliche Unterstützung. In Deutschland bekommen 89 Prozent aller Studenten Unterstützung von zu Hause. Viele Eltern können aber nicht den kompletten Lebensunterhalt ihrer studierenden Kinder finanzieren.

Manchmal muss man sich auch anstellen, um seinen Bafög-Antrag abzugeben.
Foto: photothek / Grabowsky
BAföG
Das fällt den meisten als erstes zum Thema Studienfinanzierung ein: BAföG ist die staatliche Förderung für Schüler und Studenten. Und im gleichen Moment denken viele: „Darauf habe ich eh keinen Anspruch, meine Eltern verdienen da zu viel.“ Diesen Fehler machen viele Studienanfänger. Doch grundsätzlich sollte erst mal jeder einen BAföG-Antrag stellen. Denn das wäre ein günstiger Weg, sein Studium zu finanzieren. Bis zu 643 Euro im Monat gibt’s vom Staat. Der Zuschuss ist eine Teilfinanzierung, und man muss ihn nur zur Hälfte zurückzahlen. Allerdings ist dieser günstige Kredit an einige Bedingungen geknüpft. So muss man zum Beispiel sein Studium in der Regelstudienzeit schaffen, darf nicht mehr als 5.200 Euro Vermögen besitzen und nicht zu viel nebenbei verdienen. Für den Antrag gibt es Formblätter im Netz auf www.das-neue-bafoeg.de. Dort findet man auch noch eine ganze Menge anderer Informationen zu den Bedingungen und Möglichkeiten des BAföG. Ist der Antrag ausgefüllt, gibt man ihn einfach beim Studentenwerk oder im Amt für Ausbildungsförderung ab. Wo genau das ist, erfährt man auch über die kostenlose BAföG-Hotline des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: 0800 2236341
Überbrückungsdarlehen
Ist der BAföG-Antrag bewilligt, geht meist nach ein paar Wochen das erste Geld auf dem Konto ein. Um diese Zeit zu überbrücken, bieten viele Studentenwerke eine Lösung: Sie haben eigene Darlehenskassen, aus denen sie zinslos bis zu 400 Euro im Monat zahlen können. Innerhalb von neun Monaten muss das Geld aber wieder zurückfließen. Meist reicht eine Bürgschaft für das Darlehen. Eine Übersicht über die Darlehenskassen in Deutschland gibt es auf www.studentenwerke.de.
Nebenjob
Sucht man im Internet unter den Schlagworten „Student“ und „Job“ einen Nebenjob, erscheinen 970.000 Suchergebnisse. Ob als Kellner, Telefoninterviewer oder Medizinischer Proband: Studenten sind beliebte Arbeitskräfte. 68 Prozent aller deutschen Studenten arbeiten neben ihrer Ausbildung. Ein Großteil von ihnen nicht zum Spaß, sondern weil sie auf zusätzliches Geld angewiesen sind. Solange es andere Möglichkeiten gibt, sollte man auf diese Zusatzbelastung aber eher verzichten. Oft verlängert ein Nebenjob den Aufenthalt an der Hochschule. Der BAföG-Bezug bleibt von einem Nebenjob übrigens unberührt, solange man nicht mehr als 4.800 Euro im Jahr verdient. Unbeschränkt verdienen darf man nur bei bezahlten Pflichtpraktika, die von der Hochschule vorgeschrieben sind.

Wer ein Stipendium bekommt, muss auch eine Gegenleistung bringen: Viel Zeit in der Bibliothek gehört oft dazu.
Foto: Frank Grätz
Stipendium
Eine der cleversten Arten der Studienfinanzierung ist ein Stipendium. Entgegen vieler Vorurteile gibt es das nicht nur für Hochbegabte. Auch Studenten, die sich gesellschaftlich engagieren oder besonders viel Verantwortung übernehmen, können Stipendiaten werden. Dabei geht es nicht immer nur um Geld. Häufig gibt es auch Lernmittelförderungen oder bezahlte Schulungen – ganz zu schweigen von den wertvollen Kontakten, die man fürs spätere Berufsleben knüpft. In Deutschland gibt es sehr viele Förderungswerke. So unterhalten zum Beispiel die im Bundestag vertretenen Parteien Stiftungen, die auch Stipendien vergeben. Einen guten Überblick über alle, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden, gibt es auf www.stipendiumplus.de.

Auch ein Studienkredit fordert Fleiß. Meist wird er nur für die Regelstudienzeit gewährt.
Foto: Frank Grätz
Studienkredit
Wer keine der genannten Förderungen in Anspruch nehmen kann und trotzdem nicht jobben will, hat noch eine andere Möglichkeit der Finanzierung. Auch wenn man als Student meist noch nicht kreditwürdig ist, vergeben viele Banken spezielle Studienkredite, und zwar ohne die sonst üblicherweise geforderten Sicherheiten. Im Monat kann man so bis zu 650 Euro bekommen. Die Zinsen für die Rückzahlung sind mit durchschnittlich fünf Prozent geringer als bei „normalen“ Krediten. Trotzdem sollte man sich den Abschluss eines solchen Vertrages genau überlegen. Zwei Jahre nach Studienabschluss muss mit der Rückzahlung begonnen werden, die spätestens nach 25 Jahren abgeschlossen sein muss.
Eine umfassende Übersicht von Anbietern findet sich auf www.studienkredit.de. Bevor man aber auf einen Studienkredit zurückgreift, sollte man immer erst herausfinden, ob man BAföG-berechtigt ist.













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