"Der Alchimist"- Eine ungewöhnliche Fabel von Paulo Coelho. Grafik: Diogenes Verlag.

Geld regiert die Welt. Auch ich denke oft daran: beim Arbeiten, beim Einkaufen, eigentlich immer. So denken alle.

Nur nicht Santiago. Der junge Andalusier möchte reisen, widersetzt sich dem Wunsch seines Vaters, Priester zu werden, und wird stattdessen Schafhirte. So kann er wenigstens in seinem Heimatland Spanien umherziehen: in Seelenruhe, ohne Geld, Hektik und Gier. Wären da nur nicht seine Träume und die darin immer wiederkehrende Situation: Santiago findet einen Schatz bei den Pyramiden in Ägypten, der ihm großen Reichtum bescheren soll.

Wer kann einem solch verlockenden Angebot schon widerstehen? Ich könnte es nicht und würde wahrscheinlich noch heute am Fuße eines Regenbogens graben, wenn er in Nachbars Garten mündet. Auch Santiago widersteht nicht, verkauft seine Schafherde und zieht gen Ägypten. Es folgen finanzielle Höhen und Tiefen. Er wird bestohlen, trifft auf einen König, einen Kristallhändler und einen Engländer, der davon träumt, Blei in Gold zu verwandeln.

Was mir beim Lesen langsam aufgeht, bleibt Santiago vorerst verborgen. Ich bemerke, wie Santiago glücklich wird. Nicht, weil er auf Geld und Gold hofft. Die Wüste in ihren vielen Facetten und das minimalistische Leben der Wüstenbewohner zeigen ihm, dass man auch ohne Geld glücklich sein kann. Santiago gewinnt an Erfahrungen – und nicht an Geld auf dem Girokonto.

Das Buch ist eine wunderschön erzählte Parabel, die in tollen Bildern verdeutlicht, dass sich die Welt eben doch nicht nur um Geld dreht.

Paolo Coelho: "Der Alchimist"
(Diogenes Verlag, Taschenbuch: 8,90 Euro, gebundene Fassung: 17,90 Euro)

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