Ein kritischer Blick hinter die Kulissen- mit einem Vorwort von Renate Künast. Grafik: Orange Press

 „We feed the world“ - das Buch zum gleichnamigen Film von Erwin Wagenhofer und Max Annes zeigt, welchen Preis unser Essen wirklich hat.

Mit Sicherheit kennt ihr schon viele Fakten zur Nahrungsmittelproduktion in der Welt. Trotzdem gelingt es den Autoren, durch ihre verständliche Sprache und durch eindrückliche Bilder und Kommentare, den Leser zum Nachdenken zu bringen.
Die Probleme der Nahrungsmittelproduktion beginnen bei uns um die Ecke. Zum Beispiel bei zwei Tage altem Brot, das in großen Containern vernichtet wird, weil es nicht mehr verkauft werden kann. „Es passiert mir immer wieder, dass Leute stehen bleiben, weil sie es nicht glauben können, was wir da machen“, sagt Hans Schrank, der in Wien Brotabfall fährt.
Weiter geht das Problem in Europa und vor allem in den Entwicklungsländern. Subventioniertes europäisches Gemüse entzieht afrikanischen Bauern die Lebensgrundlage. In Brasilien verhungern Menschen, obwohl das Land große Mengen an Soja für die Tiermast exportiert.
 

Wir können bestimmen


Dieses Buch ist ein schockierender und offener Beitrag zum Thema Ernährung und Nahrungsmittelproduktion. Mit einer enormen Themenvielfalt schafft es beim Leser eine gesunde kritische Haltung gegenüber diesem internationalen Geschäft.

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Von Zerstörung der Natur über gigantische Glashäuserplantagen im spanischen Andalusien bis zu genetisch verändertem Gemüse aus Rumänien. Dabei gehört dieses Buch nicht zur unverständlichen Fachliteratur. Es ist ein Augenöffner für jeden Konsumenten. Es zeigt, dass jeder in diesen Markt eingreifen und nachhaltig mitgestalten kann. Ein Leitsatz: „Wir müssen essen, wir müssen einkaufen, und wir können daher mitbestimmen.“ Wir können kritisch und bewusst einkaufen. So sorgen wir mit dem Kauf von regionalen, ökologisch erzeugten Produkten für eine Menge Nachhaltigkeit.
Darum heißt das Buch auch „We feed the world“ und nicht „They feed the world,“ so Erwin Wagenhofer.

Erwin Wagenhofer und Max Annes: „We feed the world“
Orange Press, 20 Euro

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