Burger
Albert unterhält sich am liebsten beim Burgeressen. Foto: Mc Donalds

Sich anziehen, früh gleich mit den Eltern, später mit dem Lehrer reden. Manchmal ist Albert Kommunikation einfach zu stressig. Wie er seinen Tag trotzdem übersteht, erzählt er hier.

Wenn ich morgens die Augen aufschlage, hab ich überhaupt keine Lust aufzustehen. Trotzdem habe ich keine andere Wahl und mache mir deshalb schon mal darüber Gedanken, wie ich die Mädels mit meinem wunderbaren Antlitz verzaubern kann - überlege also erst mal, was ich denn genau anziehen könnte.
Nachdem ich mich dann endlich aus dem Bett gequält habe, schlurfe ich todmüde an meinem Vater vorbei, dem ich dabei mit einem verschlafenen Grunzen zu verstehen gebe, was ich gerne zu trinken hätte.

Nächstes Ziel: Schule

 

Sula kommuniziert ganz anders als Albert. Wie, das lest ihr hier ...

Auch wenn ich mich ja eigentlich freue, meine ganzen Freunde zu sehen, ist ein brüderlicher Handschlag oder diese ganze Umarmerei so früh am Morgen noch zu viel verlangt. Ich belasse es bei einem kurzen Nicken der Anerkennung, um mich dann zu meinem Stuhl zu schleppen. Dort probiere ich, mich auf die heutigen Hürden vorzubereiten. Die erste kommt auch schon gleich angelaufen, nämlich mein Lehrer. Es ist also Zeit, meinen Schlachtplan vorzubereiten, um nicht unangenehm mit Problemfragen konfrontiert zu werden. Hier melde ich mich so oft wie möglich bei einfachen Fragen, damit der Lehrer irgendwen anders mit den schweren quälen kann.
 

Ab zum Pumpen


Nachdem ich dann den Schultag halbwegs überstanden habe, brauche ich irgendeine Ablenkung, am besten McDonalds, das schmeckt immer und ich kann mich gemütlich mit meinen Freunden über sämtliche Alltagsprobleme unterhalten. Damit ich dann ein paar mehr Muskeln aufbauen kann, geht’s danach mit ein paar Kumpels ins Fitnessstudio, um mich einmal richtig auszutoben und um allen zu zeigen, wie viel Kilogramm ich stemmen kann.
 

Hilfe, meine Freundin redet zu viel!


Frauen reden mir zu viel, alles muss umschrieben werden und sie kommen nie auf den Punkt. Das dürfte bei meiner Freundin auf gar keinen Fall so sein. Wir können gerne Kaffee trinken gehen etc., aber auch nicht zu oft, weil es sonst ja langweilig wird. Ich verstehe nicht, wie Frauen tagein, tagaus den ganzen Tag am Telefon hängen können, um sich über scheinbar nichts zu unterhalten. Auch von Facebook, wo die gesamte Menschheit sich anscheinend verpflichtet fühlt, ihre Lebensgeschichte zu veröffentlichen, halte ich nichts.

Gespräch
Gespräche: Am liebste persönlich und
nicht zu viel.
Foto: Paul Marx, pixelio.de

Wenn ich ausnahmsweise mal gezwungen bin, den Hörer in die Hand zu nehmen, dann für höchstens zehn Minuten! Oder ich tummel mich gelegentlich abends auf Skype herum beziehungsweise verschicke einige nette Zeilen per SMS (aber auch nur zwei, drei die Woche), um wenigstens ein bisschen kommunikativ zu sein. Die Handyrechnung muss ich eh nicht selber zahlen und die paar Zeilen werden mich dann auch nicht umbringen. Schließlich schaffe ich es, mich im Gegensatz zu anderen Geschöpfen dieser Welt kurz zu fassen!



Für mich sind meine Bezugspersonen immer noch meine Kumpels, mit denen kann ich nämlich über alles reden und muss weder auf meine Sprache noch auf meine Themen achten!

Kommentare

Lieber Albert, ich muss schon sagen, dass es mir schier die Sprache verschlagen hat, als ich über deinen Artikel gestolpert bin. Aber das müsste dir ja ganz Recht sein. Schließlich scheinst du Frauen, die wenig zu sagen und zu bereden haben, offensichtlich zu bevorzugen. Warum auch so viel quatschen?! Bringt ja doch nichts. Die Steinzeitmenschen haben es letztendlich auch geschafft, sich mit ein paar primitiven Grunzlauten zu verständigen. Wer mag schon Stress, Konfrontationen, wer will schon unangenehme Fragen beantworten, sein Tun rechtfertigen und, welch eine Zumutung (!), Erklärungen abgeben müssen. Wozu gewählt ausdrücken, sich mit Mitmenschen auseinandersetzen oder eigene Initiative ergreifen, wenn man dafür so viel leisten müsste??? Das wäre schon eindeutig zu viel verlangt! Deine Auffassung über einen gelungenen Dialog und eine schöne Konversation sollte wirklich weiter unter Jugendlichen verbreitet werden. Denn dann, welch ein Glück, wäre die menschliche Kommunikation sehr bald begraben! Herzliche Grüße Franziska

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