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Das Cover von "Bitterfelder Bogen"
Bitterfelder Bogen. Gafik: S. Fischer Verlag
Meinungen | 2009 | August | Umwelt (Nr. 71)

Bitterfelder Bogen

Bitterfeld war mal ein Synonym für marode Wirtschaft und verkommene Umwelt. Monika Maron beschreibt in ihrem neuen Buch „Bitterfelder Bogen“, wie aus der schmutzigen Stadt eine saubere wurde.

Bei Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt wurde 2006 eine 540 Meter lange Rampe eingeweiht. So wie sie genannt wird, nämlich Bitterfelder Bogen, sieht sie auch aus: bogenförmig. Claus Bury, ein Frankfurter Bildhauer hat sie entworfen und jetzt thront sie auf dem künstlich aufgeschütteten Bitterfelder Berg. Der Bogen ist für jedermann begehbar und ein Wahrzeichen für die neue Natur- und Seenlandschaft und das Forschungszentrum der Region. Monika Maron hat die riesige Rampe im Bitterfelder Tal zum Titel ihres Buches gemacht.

Leuchtend blaue Solarmodule

„Bitterfelder Bogen“ berichtet von einer Stadt , die vor der Wende eine der kaputtesten und heruntergekommensten Industrieregionen Ostdeutschlands war, quasi die Dreckschleuder der DDR. Zwar gab es dank der Chemiewerke genügend Arbeitsplätze, aber dafür war die Luftverschmutzung enorm. Nach der Wiedervereinigung änderte sich alles abrupt: Tausende Menschen verloren ihre Arbeitsplätze, die Luftverschmutzung verringerte sich um fast hundert Prozent und bald gab es anstatt der Chemiefabrik einen Solarzellenhersteller, Q-Cells, der sich mittlerweile zum größten weltweit gemausert hat. Heute sind im sogenannten Solar Valley 3.500 Arbeiter, Wissenschaftler und Ingenieure beschäftigt.

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Schon in ihrem Debütroman „Flugasche“ thematisiert Monika Maron die Umweltverschmutzung um Bitterfeld. Ihre Protagonistin ist die Journalistin Josefa Nadler. Diese arbeitet als Reporterin für die Illustrierte Woche und schreibt eine Bitterfelder Reportage. Diese erscheint zwar nicht, verändert das Leben der jungen Frau aber komplett. Denn Josefa unterwirft sich nicht der Selbstzensur, sondern kommt direkt zur Sache und schreibt, Bitterfeld sei die schmutzigste Stadt Europas. Die Funktionäre im Buch und die in der Realität freut das nicht: „Flugasche“ wurde 1982 zwar in der Bundesrepublik veröffentlicht, nicht aber in der DDR.

Für „Bitterfelder Bogen“ ist die Schriftstellerin Maron noch einmal nach Bitterfeld gefahren – dieses Mal, um eine Erfolgsgeschichte zu analysieren. Und dafür erhielt sie 2009 den Deutschen Nationalpreis.

 

Monika Maron: "Bitterfelder Bogen"
S. Fischer Verlag, 18,95 Euro

 

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"Reißen Sie dese Mauer nieder!"
Autor:
Stefanie Ender , ist 21 Jahre und ist Studentin.
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