Eine traurige Geschichte über Menschenwürde: "Beim Leben meiner Schwester", Grafik: Warner

Wie weit darf man gehen, um ein Menschenleben zu retten? „Beim Leben meiner Schwester“ beschäftigt sich mit dieser Frage und stellt einmal mehr Menschlichkeit und Ethik zur Diskussion...

Als Kate im Alter von zwei Jahren an Leukämie erkrankt, treffen ihre Eltern Sara und Brian eine schwerwiegende Entscheidung. Da weder sie noch ihr Sohn Jesse als Spender in Frage kommen, zeugen sie durch künstliche Befruchtung ein drittes Baby, das genau auf die genetischen Bedürfnisse ihrer Tochter abgestimmt ist. Seit ihrer Geburt besteht das Leben von Kate und Anna nun aus Krankenhausaufenthalten und Operationen. Mit elf Jahren soll Anna Kate eine Niere spenden, um ihr Leben erneut zu retten. Da entschließt sie sich, ihre medizinische Unabhängigkeit vor Gericht einzuklagen und rüttelt dabei ihre ganze Familie auf. Erst jetzt wird klar, wie sehr sich Gefühle und Beziehungen durch die extreme Konzentration auf Kate in den Jahren verschoben haben...

„Früher oder später muss man loslassen“

Nick Cassavetes führte Regie bei der Verfilmung des Bestellers von Jodi Picoults. Der Film bietet neben jeder Menge Taschentuchalarm auch reichlich Stoff zum Nachdenken.

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Anna, die als menschliches Ersatzteillager für Kate gezeugt wurde, stößt mit ihrer Entscheidung, ihr eigenes Leben vor das ihrer Schwester zu stellen, anfangs auf viel Unverständnis. Vor allem ihre Mutter, die ihr ganzes Leben der kranken Kate gewidmet hat, bildet den stärksten Gegenpol zu Anna.
Trotz des harten Schicksals der Familie und der zerstörerischen Wirkung des Krebs wirkt der Film keinesfalls überladen. Die Begleiterscheinungen des Krebs werden realistisch gezeigt, ohne dabei den Zuschauer zu überfordern. Auch wenn einige Momente ein wenig kitschig wirken, verliert der Film kaum an Ernsthaftigkeit und Härte. Durch unterschiedliche Erzähler, schenkt Nick Cassavetes jedem Familienmitglied seine Zeit und umgeht damit die Gefahr, dass sich Sympathie und Antipathie klar auf eine Person festlegen.
Während des Filmes gerät man in eine Art Gefühlsachterbahn – von Trauer über Freude, von Hoffnung über Niedergeschlagenheit. Eben alles, was auch Kranke und ihre Familien durchmachen müssen.
„Beim Leben meiner Schwester“ zeigt voller Emotionalität und Dramatik, wie sehr eine ganze Familie unter der Krankheit ihres Kindes leidet und beinahe daran zerbricht. Er verlangt Mitleid und Kritik, auch wenn er in einzelnen Momenten ein wenig schnulzig wirkt.

„Es macht mir nichts aus, dass meine Krankheit mich zerstört. Aber sie zerstört auch meine Familie.“ (Kate)

 

„Beim Leben meiner Schwester“
Regie: Nick Cassavetes,
Warner Home Entertainment, 15,95 Euro

Achtung: Die DVD erscheint erst im Februar 2010.

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