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Foto: Laura Ilg
Lehrstellenbörse:
Über 60.000 offene Lehrstellen in der gesamten Bundesrepublik warten darauf besetzt zu werden!„Offen auf Jugendliche zugehen“ – eine Berufsberaterin erzählt
Ein offenes Lächeln, ein fester Händedruck - entspannt begrüßt mich Berufsberaterin Pia Brach in ihrem Büro in der Ulmer Agentur für Arbeit. Ihre Schuhe hat sie ausgezogen. „Die sind noch ganz nass vom Regen“, sagt sie und blickt durch das Fenster in den grauen Himmel. Auf ihrem Schreibtisch stapelt sich dagegen ein buntes Sammelsurium aus Broschüren zum Freiwilligen Sozialen Jahr, zu Berufsinformationstagen und weiterführenden Schulen. Information satt für denjenigen, der nach einem geeigneten Ausbildungsberuf, Studiengang oder der richtigen Weiterbildung sucht.
Von der Kanzlei in die Agentur für Arbeit
Pia Brach kam auf Umwegen zu ihrer jetzigen Stelle als Berufsberaterin. Nach ihrem Jura-Studium arbeitete die 36-jährige zunächst als freie Mitarbeiterin in einer Kanzlei, aber auf Dauer konnte sie von ihrem mickrigem Gehalt nicht leben. Also zögerte sie nicht lange, als ihr die Agentur für Arbeit eine Stelle im Arbeitgeberservice anbot. Der hilft Firmen, ihre leeren Stellen zu besetzen. „Dort hat es mir zwar gut gefallen, allerdings hatte ich wenig Abwechslung“, erzählt Brach. Nach zweieinhalb Jahren verspürte sie Lust nach Veränderung und bewarb sich auf eine freiwerdende Stelle in der Berufsberatung.
Umfangreiches Wissen gefragt
Der Wechsel gelang – doch zunächst standen ein halbes Jahr verschiedenste Schulungen auf dem Plan. Die Lerninhalte waren Berufskunde, die zahlreichen Möglichkeiten für Jugendliche nach dem Schulabschluss und besonders Gesprächsführung. Neben theoretischen Modulen halfen Rollenspiele, das Gelernte zu vertiefen und auf künftige Beratungsgespräche vorzubereiten. Denn von weiterführenden Schulen, über unzählige Berufsfelder, Bewerbungstraining bis hin zu Überbrückungsmaßnahmen – um eine adäquate Beratung garantieren zu können, muss ein Berufsberater über umfangreiches Wissen verfügen und sich in verschiedensten Bereichen auskennen. „Das ist teilweise eine ganz schöne Herausforderung. Den Überblick behalte ich dadurch, dass ich mich jeden Tag aufs Neue mit den Themen auseinandersetze. Außerdem habe ich genügend Informationsmaterial zur Hand“, erzählt Pia Brach und zeigt auf dicke Ordner, die sich in ihrem Regal aneinanderreihen. Sie sind gut leserlich mit Aufschriften wie „Soziales“ und „Gesundheit“ versehen. So hat Pia Brach Flyer und Material für ihre Klienten stets griffbereit.
Direkter Kontakt zu Jugendlichen
Die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit
Infos zur Karriere bei der Bundesagentur für Arbeit
Infos über die Tätigkeit als Jobberater
Pia Brach ist glücklich über ihre Entscheidung: Sie hat regen Kontakt mit Jugendlichen, führt Beratungsgespräche und ist regelmäßig an Haupt- und Realschulen unterwegs. Dort betreut sie Jugendliche über den Zeitraum von 18 Monaten und mehr und hilft beim Verfassen von Bewerbungsunterlagen. „Da habe ich in meinen mittlerweile zweieinhalb Jahren Berufserfahrung allerhand gesehen“, sagt sie. Fünf Jahre alte Bewerbungsbilder und Rechtschreibfehler zuhauf seien keine Seltenheit. Sie gibt dann direkte Hilfestellung und zeigt dem Jugendlichen, was er besser machen kann. „Dabei ist es wichtig, offen auf den Jugendlichen zuzugehen und nicht mit erhobenen Zeigefinger“, erklärt Brach. Fingerspitzengefühl und Kontaktfreudigkeit seien in ihrem Beruf unverzichtbar.
Klassische Berufswünsche: bei Mädchen Friseurin, bei Jungen KFZ-Mechatroniker
Besonders bei Jugendlichen, die gar nicht wissen, was sie wollen, ist Empathie gefragt. In dem Gespräch gilt es herauszufinden, was der Jugendliche für ein Mensch ist und wo seine Stärken liegen. Ist er schüchtern, hat er eine soziale Ader oder fühlt er sich an einer Maschine am wohlsten? Seine Hobbys und Praktika bieten weitere Anhaltspunkte für Pia Brach. Doch ins Blaue hinein könne sie nicht sagen, welcher Beruf der Ideale sei. Sie gibt Denkanstöße, hilft zu reflektieren und ein Berufsfeld abzustecken.

Die Bundesagentur für Arbeit ist einer
der größten Arbeitgeber Deutschlands.
Foto: Matthias Balzer, pixelio.de
Manchmal muss Pia Brach auch falsche Vorstellungen von einem Beruf korrigieren. „Vor kurzem hatte ich eine Klasse bei mir, die kurz zuvor im Krankenhaus zu Besuch war. Danach wollte die Hälfte der Mädchen operationstechnische Assistentin werden. Viele sagten, sie könnten Blut sehen. Doch das reicht nicht – es ist ein heftiger Beruf, man sieht Menschen sterben. Ich habe die Mädchen hinter die Fassade des Berufs blicken lassen“, erzählt Pia Brach. Bald wird sie sehen, wie sich die Mädchen entschieden haben.
Um ihre Arbeit zu dokumentieren, erhält sie von jedem Jugendlichen Rückmeldung, wie er sich letztendlich entschieden hat. Bei Jungen macht oft der KFZ-Mechatroniker das Rennen, bei Mädchen die Friseurin oder eine Bürotätigkeit – ganz klassische Berufe also.
Lustlos, lustig – sie trifft verschiedenste Jugendliche
Manchmal müsse man allerdings auf den Tisch hauen können. „Besonders der Umgang mit unmotivierten Jugendlichen ist schwierig. Ich versuche sie wachzurütteln und aufzuzeigen, was passiert, wenn sie sich nicht kümmern“, sagt Pia Brach entschlossen. Doch genau das ist das Spannende an ihrem Beruf: Sie trifft verschiedenste Jugendliche, ob motiviert, bockig, lustig oder lustlos. „Es ist interessant, wie sie die Welt sehen. Und meistens ist es einfach nett mit ihnen“, sagt Pia Brach. Manchmal sei es aber auch traurig – gerade wenn sie Jugendliche trifft, die frustriert sind und keine Perspektive für sich sehen. „Besonders schön ist es dann zu sehen, wie ich vielleicht ein kleines bisschen Hoffnung bei ihnen wecken kann.“
Gut fahren braucht Zeit - ein Fahrlehrer erzählt
Ein Männerberuf
Schnell wieder fit - Eine Physiotherapeutin erzählt
Bereits 1985 hat Leyder ihre Ausbildung begonnen. Zu dieser Zeit war der Beruf des Physiotherapeuten noch zweigeteilt. Man konnte entweder eine Ausbildung zum Masseur oder zum Krankengymnasten machen. „Zuerst wollte ich Masseur werden, durch meine Eltern habe ich dann aber vom Profil des Krankengymnasten gehört. Nach einem Besuch im BIZ war ich mir absolut sicher“, erzählt Leyder mit einem Strahlen in den Augen. Weil sie nach der Schule erst 16 Jahre alt war, musste sie noch Praktika einschieben. Für den Beginn der Ausbildung muss man nämlich volljährig sein. „Ich war je ein halbes Jahr im Krankenhaus und in einer Massagepraxis und hab dabei schon einiges gelernt und viel gesehen. Gerade die Vielfalt des Berufs hat mich gereizt.“ »
Ermutigung und Empathie - Eine Familienberaterin
„Man muss viel Zuversicht ausstrahlen. Dann sind Eltern und Kinder auch motivierter, besprochene Schritte umzusetzen“, antwortet die Sozialpädagogin Jeannine Rose auf die Frage, welche Fähigkeiten man als Familienberaterin mitbringen muss. Zuversicht und Empathie, beides kann man sich bei der 35-Jährigen gut vorstellen. Die grün-braunen Augen funkeln beim Sprechen, und fast jeder Satz endet mit einem Lächeln.
In ihrem Büro herrscht eine sympathische Unordnung. Die Handpuppe einer Hexe sitzt in der einen Ecke, und vor dem Schreibtisch steht eine große Puppenstube. Fast könnte man denken, man stünde in einem Kinderzimmer. Dass es hier auch anders zugehen kann, darauf deutet eine Taschentuchbox auf dem kleinen Tisch in der Mitte des Zimmers hin. „Ja, das ist unsere Tempo-Box. Stimmt, vor Konflikten sollte man sich nicht scheuen. Konflikte gehören auch zur täglichen Arbeit.“











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