"Good Bye Lenin" von Wolfgang Becker. Cover: X-Verleih

Die DDR in 79 Quadratmetern Plattenbau. Mit viel Gefühl und Witz verpackt Wolfgang Becker in seinem umjubelten Film ernste Themen zu einer Komödie, die zum Nachdenken anregt.

Sommer 1978: Familienvater Kerner setzt sich in den Westen ab und lässt seine Frau Christiane (Katrin Sass) mitsamt den Kindern Alex (Daniel Brühl) und Ariane (Maria Simon) in der DDR zurück. Als Christiane ihre starken Depressionen überwunden hat, beginnt sie sich für den Sozialismus einzusetzen und wird zu einer überzeugten Bürgerin.

Im Oktober 1989 soll sie anlässlich des 40. Jahrestages der DDR eine Auszeichnung erhalten. Doch auf dem Weg dahin sieht Mutter Kerner ihren Sohn Alex bei einer Demonstration mit Polizisten rangeln und erleidet daraufhin einen Herzinfarkt. Den Niedergang der DDR, den Siegeszug des Kapitalismus und die darauf folgenden Veränderungen bekommt Christiane im Koma nicht mit.

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Als sie im Juni 1990 aufwacht, sehen sich Alex und seine Schwester Ariane vor eine schwere Aufgabe gestellt: Ihre Mutter darf auf keinen Fall von dem politischen Wandel der letzten Monate erfahren, da die kleinste Aufregung für ihren Kreislauf gefährlich sein kann. Die DDR muss also weiterleben - in der Wohnung der Kerners.

"Haben Sie Spreewaldgurken?"

Dass sich der Plan schwieriger gestaltet als erwartet, zeigt sich schon, als ein übergroßes Coca-Cola Plakat direkt vor dem Fenster der Familie angebracht wird. Dinge, die es zu Zeiten der DDR gab, sind schwer aufzutreiben und das Fernsehprogramm hat sich verändert. Da seine Mutter aber nicht auf das Fernsehen verzichten will, muss Alex tief in die Trickkiste greifen: Mit Kumpel Denis (Florian Lukas) dreht er fiktive „Aktuelle-Kamera“ - Berichte. Nach und nach muss Alex feststellen, dass die von ihm aufgebaute DDR, sowohl in den eigenen vier Wänden, als auch in der fiktiven Fernsehsendung, zu der wird, die er sich immer gewünscht hat.

Mit „Goodbye Lenin“ ist Wolfang Becker ein Film gelungen, der sich sensibel mit dem Thema Wende auseinandersetzt. Er beschäftigt sich mit der Medien-Manipulation im DDR-Regime und mit den Menschen, die bei der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik zu kurz gekommen sind. „Goodbye Lenin“ ist eine Mischung aus Drama und Komödie, bietet Witz und Kritik, ein Film, der durch seinen lockeren Umgang mit der DDR den Zuschauer zum Nachdenken anregt.

 

Wolfgang Becker: "Good Bye Lenin!"
X-Verleih, 9, 95 Euro

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