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Mobil mit Strom
Nur Rotlicht und Drogen?
Schaufenster für Prostituierte sowie Coffeeshops sollen binnen zehn Jahren in der Anzahl halbiert werden, halluzinogene Pilze wurden verboten, das Konsumieren von weichen Drogen eingeschränkt. Erklärt wird diese Umwälzung des Viertels durch zu hohe Kriminalitätsraten. Für bis zu 50 Millionen Euro sollen aus ehemaligen Bordellen Büros, Wohnungen, Cafés und Galerien gemacht werden, die wiederum Künstler und ein buntes Publikum anziehen sollen. Und die Pläne funktionieren: Schon jetzt findet man in den meisten roten Fenstern eher junge Designermode als winkende Frauen.
Mobile Touristen
Mobilität ist auch für die jährlich etwa 13 Millionen Touristen ein wichtiges Thema. Viele von ihnen benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit der 2009 eingeführten PT Smart Card, welche fast alle Tickets für den öffentlichen Nahverkehr ersetzt, reisen Touris und Einheimische ganz bequem durch die Stadt. Sorgen, in welchem Stadtgebiet oder in welcher Zone man sich befindet, sind mit dieser neuen Karte überflüssig. Stressless traveling also.
Brücken, die entzücken
Ein erheblicher Teil der Mobilität in dieser Stadt wird durch Boote gewährleistet, die durch die Grachten schippern. Die Grachten Amsterdams, die sich kreisförmig durch die ganze Stadt ziehen, werden von 1.200 Brücken überspannt und sind ein absoluter Touristenmagnet. Nicht zuletzt durch die Hausboote, die hier zu Hauf zu finden sind. Die befahrbaren Wasserwege, die Amsterdam durchziehen, haben eine Länge von insgesamt 80 km. Doch nicht alle Fahrzeuge dürfen in den Grachten fahren. Höchstgeschwindigkeiten von 7,5 km pro Stunde sind vorgegeben, ebenso wie die maximale Länge von Schiffen, die bei 12 Metern liegt.
Amsterdam, eine Graffiti-Metropole
Vor allem Streetart und Graffiti findet man überall. Die zu den wichtigsten Graffiti-Metropolen gehörende Stadt und deren Sprayer beeinflussten mit ihrem eigenen Stil seit Anfang der 80er Jahre Sprayer in aller Welt. Die damalige Punk-Szene Amsterdams sowie die aus New York stammende Writing-Bewegung spielten tragende Rollen bei der Entwicklung des Graffiti. Ob großflächige schwarz-weiß Zeichnungen oder farbenprächtige Schriftzüge, wer in Amsterdam die Augen offen hält, entdeckt Kunstwerke, fern von Van Gogh oder Rembrandt. Und auch hier gilt, Erkundung durch Fuß oder Rad sind am geeignetsten, um kleine Schätze der Stadt zu entdecken.
Let op, fietsen!
Allein die Zahl der täglich zurückgelegten Kilometer aller Fahrradfahrten in Amsterdam zeigt, was das Rad hier bedeutet: Zwei Millionen Kilometer werden stetig abgefahren – pro Tag!
Das bedeutet auch, dass es Wege für die Drahtesel geben muss, und die gibt es in großer Zahl. 400 km Fahrradwegstrecke durchziehen die ganze Stadt. Das Netzwerk aus Fahrradwegen in Amsterdam, welches die Regierung stetig ausbaut, wird „Hoofdnet Fiets“ genannt. Der Fahrradweg heißt „fietspaden”. Ein Abstellort für das gute Stück wird mit über 20 öffentlichen Parkplätzen für Räder gewährleistet.
Fahrradparkhaus, gefällig?
In Amsterdam gibt es etwa 550.000 Fahrräder. Bei einer Einwohnerzahl von 768.000 Menschen kommt somit fast ein Rad auf jeden Bewohner. Die Hälfte von ihnen benutzt dieses täglich. Das macht sich bemerkbar: Es gibt Fahrradparkdecks etwa so groß wie Parkhäuser für Autos. Oder vorbei zischende Fahrradfahrer, die weder klingeln noch anhalten, weil sie wissen, dass sowieso jeder auf sie achtet.
Damit das auch in Zukunft so bleibt, gründeten die Stadt und einige Parteien sogar eine Extra-Plattform: „ Amsterdam Cycling to Sustainability“. Ihr Ziel: Eine nachhaltige Stadt mit nachhaltigem Straßenverkehr.


